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Sanierung Bismarckplatz

Wichtige Themen der Umgestaltung und Aufwertung des Platzes sind die Verbesserung der Verkehrsfunktion, der Aufenthaltsqualität sowie die gestalterische Zusammenbindung der bisher auseinanderfallenden Teilflächen. Das Planungsgebiet hat eine Gesamtgröße von 1,2 Hektar und beinhaltet auch die Umgebung des Platzbereichs mit Schwab-, Vogelsang-, Bismarck- und Elisabethenstraße.

Hintergrund und Ziele

Der Platz leidet derzeit hauptsächlich unter der Zerschneidung durch die Schwabstraße, die fehlenden Raumkanten entlang der Elisabethen- und Vogelsangstraße und schließlich unter dem starken Gefälle. Das vom Internationalen Stadtbauatelier (ISA) entwickelte Konzept möchte die Schwabstraße so unauffällig wie möglich über den Platz führen, Straße und Platz sollen vom Belag her zusammenspielen, es soll möglichst wenig Trennendes geben und die intakten Raumkanten sollen gestärkt werden. Hierzu werden Grünbeete angelegt und die Kante durch kräftige Baumreihen betont. Um das Gefälle zu verringern, könnte der mittlere Teil des Platzes etwas aus der Achse gedreht werden. Dadurch entsteht vor der Kirche eine Treppenanlage, die dem Platz auch als kommunikativer Treffpunkt dienen kann. Der Trinkwasserbrunnen für die Marktbeschicker soll erhalten bleiben. Zusätzlich wird es eine Wasserpumpe auf dem Bismarckplatz in einem der Grünstreifen geben, auch um urbanes Gärtnern zu ermöglichen. Dem Vorentwurf des Internationalen Stadtbauateliers (ISA) zur Umgestaltung des Platzes wurde vom Gemeinderat in einem Grundsatzbeschluss im Juli 2021 zugestimmt. Seitdem arbeitet ISA intensiv an der Umsetzung der Planung.

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Aktueller Stand

Die Zeitschiene zur Umgestaltung des Bismarckplatzes sieht vor, Ende 2024 / Anfang 2025 mit der Baustelle zu beginnen. Es wird mit einer Bauzeit von rund 1,5 Jahren gerechnet. Der Bau wird in einzelnen Abschnitten erfolgen.

Im Februar 2023 wurde das Bauschild auf dem Bismarckplatz ausgetauscht. Auf einer Seite des Banners sind alle Projekte des Sanierungsgebietes dargestellt [hier], auf der anderen Seite ist der aktualisierte Plan des Bismarckplatzs zu finden [hier], mit all den Themen, an deren Umsetzung auf dem Platz das Internationale Stadtbauatelier arbeitet.

Die aktuellen Überlegungen zur Gestaltung des Bismarckplatzes sind das Ergebnis eines langen Planungsprozesses, in den sich die Bürgerinnen und Bürger im Stuttgarter Westen intensiv eingebracht haben. Die Projektgruppe Bismarckplatz begleitet das Projekt. Zwei Bürgervertreter waren stellvertretend für die Projektgruppe im Preisgericht eines städtebaulichen Wettbewerbs vertreten. 

Grundsätzlich steht die Projektgruppe Bismarckplatz mehrheitlich hinter dem Entwurf. Fragen - auch bei den Anwohner/innen - beziehen sich hautsächlich auf die künftige Situation im östlichen Bereich des Platzes. Wird der Platz für die Außenbestuhlung der Gastronomie noch ausreichen? Werden die Bäume ein vermehrtes Verkehrsaufkommen durch das Verschwenken der Bismarckstraße aushalten? Welche Bäume bleiben erhalten, welche fallen weg? Welche Auswirkungen auf die Gesamtverkehrssituation im Quartier wird die geplante Verschwenkung des Bismarckstraße haben? Wie kann man die Sicherheit auf dem Platz für Fußgänger gewährleisten, wenn die Trennung zwischen Straße und Platz aufgehoben wird?

Im Sinne der Verstetigung des bürgerschaftlichen Engagements nach der Auflösung des Sanierungsgebiets soll die weitere Entwicklung des Bismarckplatzes durch den in Gründung befindlichen Bismarckplatz-Vereins unterstützt werden. Ziel ist es, den Verein möglichst noch bis Ende 2023 zu gründen. 

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Foto: Korth / Stadt Stuttgart

Rückblick: Meilensteine

  • 23. März –  6. April 2022:  Mobile Stadtmöbel ("Parklets") stehen auf dem Bismarckplatz
  • 15. Juni bis 13. September 2022 Mobiles Grünes Zimmer macht Station
  • Bürgerveranstaltung: Blick in die Werkstatt "Bismarckplatz für Alle" am 23.07.20
  • Verkehrsversuch zum Bismarckplatz mit verschiedenen PopUp-Maßnahmen startet
  • 22.03.2017: Preisgericht wählt den Entwurf des Büros Internationales Stadtbauatelier (ISA) einstimmig zur weiteren Umsetzung aus.

  • 25.03. bis 7.04.2017 Ausstellung der Wettbewerbsentwürfe in der Friedensschule.

  • 09.10.2018 Vorstellen des Konzepts der verkehrsbehördlichen Anordnung im Bezirksbeirat West

  • 25.11.2017 Erläuterung des Entwurfs und der Beteiligungsspielräume im WestQuartier.

  • 21.11.2018 Projektgruppe Bismarckplatz

  • April bis Dezember 2015: Möglichkeit bei einer Vielzahl von Veranstaltungen sowie von Online- und Offline-Angeboten an der offenen Bürgerbeteiligung zur Planung der Neugestaltung des Bismarckplatzes mitzuwirken.

  • Anschließend Ausarbeitung eines Vorschlags des Amts für Stadtplanung und Wohnen der Landeshauptstadt Stuttgart für die Aufgabenstellung eines städtebaulichen Wettbewerbs.

  • Überprüfung der Ausschreibung durch die Projektgruppe Bismarckplatz, bevor der Entwurf an die Fachämter weitergeleitet wurde.

  • 26.10.2016: öffentliches Rückfragenkolloquium zum Wettbewerb mit acht teilnehmenden Büros

(Zwischen)-Ergebnisse der Bürgerbeteiligung zum Bismarckplatz

Insbesondere der Erhalt der Bäume auf dem Bismarckplatz ist den Bewohner*innen des Stuttgarter Westens ein großes Anliegen. Im Dezember 2022 wurden im Rahmen der Umgestaltung des Bismarckplatzes die Wurzeln der erhaltenswerten Bestandsbäume untersucht. Dabei handelt es sich um sogenannte Suchschlitze, die dazu dienen, den Verlauf der Wurzeln zu kontrollieren. Mit der Dokumentation des Wurzelzustandes kann im Rahmen der Ausführungsplanung reagiert werden und es können Anpassungen vorgenommen werden. Im Frühjahr 2023 wurden Interessierte aus dem Stuttgarter Westen über den aktuellen Stand der Planung und über die Möglichkeit Stadtbeete auf dem Bismarckplatz mitzugestalten, informiert  und deren Ideen hierzu aufgenommen.

In einem Verkehrsversuch wurden Im Zeitraum 2020 bis 2021 die Grundzüge der Planung des Internationalen Stadtbauateliers für den Bismarckplatz provisorisch auf dem Platz umgesetzt. So sollen mögliche negative Auswirkungen der geplanten Umgestaltung frühzeitig erkannt werden und Anpassungen vorgenommen werden können.

Innerhalb des Verkehrsversuchs wurden folgende Aspekte ausgewertet:

  • Rückmeldungen der Bürger*innen vor allem im Dezember 2020
  • Verkehrsmonitoring
  • Schalltechnische Untersuchung
  • Untersuchung der verkehrsbedingten Luftschadstoffe

Neben der Sperrung der Bismarckstraße zwischen Schwab- und Vogelsangstraße wurden folgende Maßnahmen in dem Versuch umgesetzt: Tempo 30 auf der Schwabstraße im Bereich des Bismarckplatzes und hier die Reduzierung der Schwabstraße auf zwei Fahrspuren. Busbuchten wurden entfernt und die westliche Bushaltestelle verlegt.

Die Linksabbiegespur in Richtung Bebelstraße wurde verkürzt und der Taxistand verlegt. Als Ergebnis des Verkehrsversuchs kann festgehalten werden, dass die Sperrung der Bismarckstraße zu Verkehrsverlagerungen geführt hat. Dabei liegt die höhere Belastung auch in der Ludwigstraße noch im Normbereich. Auch in Spitzenstunden bleibt die Belastung unter dem Grenzwert für die Kategorie Wohnstraßen. Allerdings staut sich der Verkehr z.B. wenn dort ein Müllfahrzeug einem Pkw begegnet. Eine Lösung können Ausweichstellen und Buchten darstellen, markierte Flächen und Umbauten sollen bewirken, dass vor allem an den Kreuzungen Röte-/Ludwigstraße sowie Schwab-/Ludwigstraße genug Platz zum Abbiegen bleibt. Der Abschlussbericht zum Verkehrsversuch wurde mit den Fachämtern, wie Tiefbauamt und Amt für öffentliche Ordnung abgestimmt. Diesen Abschlussbericht finden Sie hier als PDF zum Download.

Befristete Maßnahmen

Die Stadt setzt im Vorfeld von dauerhaften Umgestaltungsmaßnahmen im öffentlichen Raum verstärkt auf befristete Pilotversuche, die auch als „Pop-up-Maßnahmen“ bezeichnet werden. Dieses Vorgehen bietet mehrere Vorteile: Die politischen Gremien erhalten eine fundierte Entscheidungsgrundlage, Anwohnerinnen und Anwohner können sich mit der Maßnahme vertraut machen und nicht zuletzt lassen sich dauerhafte Fehlplanungen vermeiden und finanzielle Mittel effizienter einsetzen.
Vom 23. März bis zum 06. April 2022 standen in diesem Kontext mobile Stadtmöbel, sogenannte Parklets auf dem Bismarckplatz in Stuttgart-West, um ihre Wirkung im öffentlichen Raum und die Akzeptanz der Bevölkerung zu testen. Die Sitzmöbel bestanden aus verschiedenen Modulen, mit unterschiedlichen thematischen Schwerpunkten: Manche laden zum Sitzen ein, bei anderen steht die Begrünung des öffentlichen Raums im Vordergrund. Falls sich die Stadtmöbel bewähren, könnten sie zukünftig bei verschiedenen Projekten als „Pop-Up-Maßnahme“ auch an anderen Standorten in der Landeshauptstadt Verwendung finden.

Der durch den Verkehrsversuch abgesperrte Bereich der Bismarckstraße machte es auch möglich, dass vom 15. Juni bis 13. September 2022 das Mobile Grüne Zimmer dort aufgebaut wurde. Es zeigte beispielhaft, wie eine Begrünung die Artenvielfalt fördern, die Umgebung positiv verändern und einen angenehmen Wohlfühlort selbst auf engstem Raum schaffen kann. Das Grüne Zimmer, eine kompakte Pflanzeninsel, zeigte anschaulich, wie Fassaden und Dächer so genutzt werden können, dass Flächen mit Aufenthaltsqualität entstehen, die zugleich das Stadtklima verbessern, an heißen Tagen Schatten spenden und einen Beitrag für die Artenvielfalt leisten. Es gab Informationen zu den beiden städtischen Förderprogramme für mehr Grün in der Stadt. Das Förderprogramm „Urbane Gärten" unterstützt finanziell die Anlage und den Erhalt urbaner Gemeinschaftsgärten. Das „Stuttgarter Grünprogramm" fördert Dach-­ und Fassadenbegrünungen sowie Entsiegelungen und artenreiche Begrünungen.

Die Sperrung machte es auch möglich, dass der Platz für Begegnung und Kultur durch bürgerschaftliche Projekte genutzt wurde. So z.B. für eine Tischtennisplatte mitten auf der Straße, für Tango Argentino immer am Donnerstag sowie Malen und Spiele für Kinder. Die Initiative begrüßte, dass sich Kinder sicher begegnen und den Platz für ihre Spiele nutzen können, das Sozialverhalten der Kinder und Erwachsenen in der Nachbarschaft gefördert werde. Knapp 900 Menschen haben darum bei einer Unterschriftenaktion für den Erhalt der Sperrung unterschrieben.

Es gab aber auch deutliche Proteste mit dem Hinweis, dass die Sperrung der Bismarckstraße zu Verkehrsverlagerungen geführt hat, insbesondere in der Ludwigstraße und anderen Wohnstraßen. Wenn auch in Spitzenstunden die Belastung unter dem Grenzwert für die Kategorie Wohnstraßen bleibt, wird es als sehr belastend empfunden, dass sich der Verkehr, z.B. wenn dort ein Müllfahrzeug einem PKW begegnet, staut.

Letzte Aktualisierung: April 2023